Ich wollte keinen Kaffee verkaufen. Ich wollte einen Kaffee finden, den ich selbst jeden Tag trinken will.
Tanja Stein hat nicht als Kaffee-Unternehmerin angefangen. Der Weg zu KUGA begann mit Adventskalendern, einem Besuch in Belgien und einer einfachen Frage: Warum fühle ich mich nach dem Kaffee schlechter als vorher?
24 Türchen. 24 Sorten. Ein Moment, der alles veränderte.
Bevor es KUGA gab, gab es Boxiland. Mein Unternehmen für Adventskalender – darunter auch Kaffee-Adventskalender mit 24 verschiedenen Sorten. Ich habe die Kalender entwickelt, die Sorten ausgewählt, die Verpackung gestaltet. Kaffee war für mich damals ein Produkt unter vielen.
Dann passierten zwei Dinge gleichzeitig. Erstens: Immer mehr Kunden fragten, ob sie den Kaffee aus den Adventskalendern auch einzeln bestellen können. Nicht im Dezember. Das ganze Jahr über. Zweitens: Ich begann, mich selbst zu fragen, warum ich mich nach meinem eigenen Kaffee zuhause regelmäßig unwohl fühlte.
Der erste Punkt war ein geschäftliches Signal. Der zweite war persönlich. Zusammen haben sie den Weg zu KUGA geöffnet.
Ich bin der Sache nachgegangen. Was ich gefunden habe, hat mich nicht mehr losgelassen.
Industrieller Kaffee wird in Sekunden bei extremen Temperaturen geröstet. Schnell, billig, fertig. Was dabei passiert, sieht man nicht und schmeckt man oft nicht bewusst – aber der Körper merkt es. Toxische Nebenprodukte können bei der Hochtemperaturröstung entstehen. Und genau das war der Grund für mein Unwohlsein.
Je tiefer ich eingestiegen bin, desto klarer wurde mir: Der Unterschied liegt nicht in der Bohne allein. Er liegt im Verfahren. In der Temperatur. In der Zeit, die man der Röstung gibt. Langsame Trommelröstung bei niedriger Temperatur – das ist nicht nur besser für den Geschmack. Es ist gesünder.
„Ich wollte nie eine Kaffeemarke gründen. Ich wollte einen Kaffee finden, bei dem ich mich gut fühle. Als ich ihn gefunden habe, wollte ich ihn teilen."Tanja Stein · Gründerin von KUGA
Ich bin hingefahren. Und wusste nach dem ersten Tag: Das ist es.
Miko ist eine Familienrösterei in Belgien – gegründet 1801. Kein Konzern. Kein Start-up. Eine Rösterei, die seit über 225 Jahren dasselbe tut: Kaffee langsam und sorgfältig rösten. Ich habe dort die Produktion besucht, Dutzende Sorten probiert und verstanden, warum Geduld bei Kaffee keine Schwäche ist, sondern der entscheidende Vorteil.
Die Bohnen, die Röstprofile, die manuelle Qualitätskontrolle – nichts davon war Zufall. Es war das Ergebnis von Generationen, die sich entschieden haben, es richtig zu machen statt schnell.
Jede Tüte KUGA wird von Hand abgefüllt. Von Menschen, deren Arbeit einen Unterschied macht.
Schon bei Boxiland habe ich mit sozialen Einrichtungen in Deutschland zusammengearbeitet – Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten. Nicht als Marketingmaßnahme. Sondern weil ich glaube, dass Arbeit Würde gibt und dass jeder Mensch erleben soll, dass seine Arbeit wertvoll ist.
Bei KUGA ist das genauso. Unser Kaffee wird in diesen Einrichtungen von Hand abgefüllt, zugeschweißt und verpackt. Mit einer Sorgfalt, die keine Maschine ersetzen kann. Das ist langsamer. Aber es ist richtig.
Weil kein anderes Produkt so persönlich ist wie das, was du jeden Morgen trinkst.
Ich hätte bei Adventskalendern bleiben können. Ich hätte ein anderes Produkt wählen können. Aber Kaffee hat etwas, das mich nicht mehr losgelassen hat: Es ist das Produkt, mit dem die meisten Menschen ihren Tag beginnen. Wenn dieses Produkt gut ist – wirklich gut –, dann verändert das nicht nur den Geschmack. Es verändert, wie du dich fühlst.
KUGA ist für mich das Ergebnis aus echter Neugier, vielen Gesprächen, intensiven Verkostungen und dem Wunsch, etwas Eigenes mit Substanz aufzubauen. Nicht die lauteste Marke. Nicht die billigste. Sondern eine, hinter der ich stehen kann – jeden Tag, mit jeder Tasse.
Wir starten nicht bei null. Wir bauen seit 2008 E-Commerce-Marken in Europa auf.
KUGA ist nicht mein erstes Unternehmen. Mein Mann und ich arbeiten seit 2008 im E-Commerce – angefangen bei eBay, dann Amazon, später eigene Shops und weitere Marktplätze. Wir haben in dieser Zeit gelernt, wie man Produkte findet, die sich wirklich verkaufen. Wie man Lieferketten aufbaut. Was Kunden in Europa wollen – und was sie irritiert.
KUGA ist die Summe aus dieser Erfahrung und einer sehr persönlichen Entscheidung: Wir wollten ein Produkt machen, das wir selbst jeden Tag trinken. Keine Marge-Optimierung. Keine White-Label-Abkürzung. Sondern eine Marke, die wir verantworten können – von der Bohne bis zur Tasse.
Und weil wir wissen, wie Ecommerce wirklich funktioniert, wissen wir auch: Der nachhaltigste Kanal ist keine Anzeige. Es sind Menschen, die ein Produkt kennen und weitergeben. Deshalb bauen wir KUGA gemeinsam mit Creatorn. Nicht als Marketing-Taktik, sondern als langfristige Partnerschaft.
Genuss, Haltung und die Überzeugung, dass gute Produkte gut gemacht sein müssen.
KUGA ist mehr als Kaffee. Es ist eine Entscheidung – für langsame Röstung statt industrielle Masse, für Handarbeit statt Automatik, für ein Produkt, bei dem sich niemand schlecht fühlen muss. Weder der, der es trinkt, noch der, der es verpackt.